Virtuelle Sandkiste zum Mitnehmen (portable VM)

Anforderung meiner Frau: „Mach mir doch mal eine VM zum Mitnehmen, wo ich <insert beliebige Webanwendung, Drupal, WordPress, Wiki> installieren und rumzeigen kann“. Okay. Virtuelle Maschine ist klar. Portabel, also vom USB-Stick oder der Moibilplatte einfach laufen lassen  ist schon schwieriger.

Virtualisierungs-Lösungen wollen entweder auf dem Hostrechner installiert werden oder haben keine akzeptable Oberfläche. Bis auf VirtualBox. Das gibt es jetzt auch portabel (danke Caschy). Und es ist für private und Testzwecke frei verfügbar.

Wir bauen uns also eine VM, tun ein freies Betriebssystem drauf, weil wir keine Kauflizenzen über haben und installieren den ganzen LAMP-Kram: Webserver, Datenbank, Skriptsprache.

Teil 1: Eine portable VM

… und dabei heisst portabel nicht nur „läuft auch von USB-Stick / Mobil-Platte“, sondern auch „läuft mit verschiedenen Virtualisierungs-Paketen“.

Benötigt werden:

  • portable Virtual Box (Verzeichnis); wähle Folder mit der höchsten Versionsnummer, z.B. VirtualBox v2.2.4, darin den Starter, z.B. Starter v3.1.0 und darin die Datei, die auf -Win32.exe endet, z.B. Portable-VirtualBox_v2.2.4-Starter_v3.1.0-Win32.exe
  • Ubuntu-Installations-ISO-Image (Verzeichnis); wähle „Desktop Edition“, „latest Version“, „32 bit“.

Download

Zuerst laden wir die Pakete herunter in unser Download-Verzeichnis.

portable Virtual Box ist ein selbstentpackendes Exe. Wir starten es und geben als Ziel am besten das Hauptverzeichnis an. Bei mir D:\. Es entsteht das Verzeichnis Portable-VirtualBox-Win32. Dieses Verzeichnis wird unser „Mitnehm“-Verzeichnis. Alles was sich hier ansammelt kommt  später auf unsere Mobil-Platte.

Alsdann starten wir im Verzeichnis Portable-VirtualBox-Win32 die Portable-VirtualBox.exe. Beim ersten Mal soll man sich registrieren, kann das Fenster aber auch einfach mit abbrechen schliessen.

Bevor wir aber eine neue VM anlegen, basteln wir uns eine virtuelle Festplatte dafür. Das VirtualBox-Fenster lassen wir offen.

Virtuelle Festplatte erstellen

Wichtigster Teil einer virtuellen Maschine ist ihr Festplatten-Image (vDisk). Das ist eine Datei, die von der VM als Festplatte angesehen wird. Jedes Virtualisierungspaket hat seine eigenen Formate, aber inzwischen unterstützen die meisten Pakete das VMDK-Format von VMWare. Wenn unsere portable VM dieses Format verwendet, können wir sie zum Beispiel auch auf VMWare und Qemu laufen lassen.

Netterweise kann Virtual Box dieses Format auch erzeugen, aber nicht mit seinem „Manager für virtuelle Medien“, sondern mit dem Kommandozeilen-Tool VBoxManager.exe, das sich in Portable-VirtualBox-Win32\app32\ befindet.

vDisk im VMDK-Format anlegen:

  1. Kommandozeilen-Fenster öffnen (Start, Ausführen, cmd.exe) und ins Verzeichnis Portable-VirtualBox-Win32\app32\ wechseln
  2. das Image erzeugen mit „VBoxManage.exe createhd -filename mes-play.vmdk -format VMDK -size 8000 -register“.
    -size 8000 legt die maximale Größe auf knapp 8GB (8000MB) fest, -register registriert die vDisk im „Manager für virtuelle Medien“
  3. Im VirtualBox-Fenster unter Datei den „Manager für virtuelle Medien“ aufrufen. Im Tab Festplatten sollte unsere neu erzeugte vDisk wie folgt auftauchen:
    virtboxport_mes-play_054
    Wie, nur 1 MB? Ja, die VMDK-Datei wird später bei Benutzung automatisch größer, eben bis zur maximal eingestellten Größe. VMWare enthält einige Tools, um VMDK-vDisks zu vergrößern, verkleinern und wie physikalische Platten anzukoppeln. Aber das brauchen wir erst mal nicht.
  4. Nun im Tab CD/DVD-Abbilder das Ubuntu-ISO hinzufügen:
    virtboxport_mes-play_061
  5. Jetzt den Medien-Manager schliessen

VM anlegen und starten

Jetzt können wir die eigentliche VM anlegen.

  1. Das VirtualBox-Fenster ist ja noch offen. Mit Neu eine neue VM anlegen.
    Name: MES-Playground,
    Betriebssystem: Linux,
    Version: Ubuntu
  2. Als Speicherplatz ist alles oberhalb von 384MB verwendbar. Je mehr Speicher desto besser. Aber bitte bedenken, dass sobald die VM läuft, der Speicher für die VM vom physikalischen Speicher für den Host abgeht. Für unsere Mini-VMs sind 500MB prima.
  3. Unter virtuellen Festplatten wird uns die eben erzeugte vDisk angeboten

Fertig. Unsere VM steht in der Liste. Da wir Linux darauf installieren wollen, schieben wir eine virtuelle CD in das virtuelle Laufwerk: Klick auf „CD/DVD-Laufwerk“, „CD/DVD-Laufwerk einbinden“ aktivieren und bei „ISO-Abbild“ das eben im Medien-Manager verknüpfte Ubuntu-ISO auswählen.

virtboxport_mes-play_07

Nun können wir die VM starten und das Ubuntu Linux darauf installieren. Die Anleitung dazu folgt im nächsten Teil: Ubuntu installieren, entrümpeln und updaten.

Weitere Links

  • Virtual Box original (Verzeichnis) (Version Windows 32bit), wenn man es auf dem eigenen Rechner installieren will
  • VMWare (Homepage) läuft auf Windows und Linux. Der freie VMWare-Server ist eine sehr brauchbare Lösung, wenn man zum Beispiel ein paar virtualisierte Entwicklungs- oder Testsysteme hat. Gute GUI-Unterstützung. Leider benötigt es reichlich Resourcen, muss installiert werden und belegt reichlich Plattenplatz.
  • Qemu für Windows (download) und für Linux (download) ist eine Virtualisierungs-Lösung wie Virtual Box, aber grafisch/GUI nicht so komfortabel unterstützt. Dafür kann es diverse Prozessoren simulieren, läuft ohne Installation auf Windows und Linux und unterstützt ebenfalls VMDK-Disks. Ich habe es sogar auf meinem eeePC nutzen können.

5 Antworten zu Virtuelle Sandkiste zum Mitnehmen (portable VM)

  1. David sagt:

    Schönes Tutorial, danke!
    Könntest Du den Link zur Portable VM bitte genauso generalisieren wie den zu Ubuntu? Dein Link führt leider schon ins leere, aktuell wäre der hier.

    Danke!🙂

  2. kaembe sagt:

    Danke für den Hinweis; so geschehen.

  3. Lustig, ich hätte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.

  4. Wolfgang sagt:

    Leider funktioniert das nicht so reibungslos. Das Ding installiert temporär einiges an Treibern, will Adminrechte.Portabler ist Qemu, wenn auch langsamer, da es eben nichts installiert…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: